Tori Kelly – Questions

10 September 2026 – Deutsch – in lieder-mit-tiefe


Dieses Lied hat diese Blog-Serie ins Leben gerufen. Tori diskutiert die schwierigen Themen und Zeiten im Leben auf dem Weg im Glauben: Zweifel, Unverständnis, Wut und Trauer, die Spannung zwischen Hoffnung und Fragen.

I heard that there are seasons
To laugh and to cry
I struggle with the season
When You lived and You died
It’s hard to play this game
Because the rules, they don’t seem fair
If You care, God, if You’re still there

Tori konfrontiert uns mit einer ungeschönten Anklage, die uns aber doch allen so bekannt vorkommt, wenn wir mal ehrlich sind: Gott, es scheint nicht fair! Kümmert es dich überhaupt? Bist du überhaupt noch da?

Bombs falling in Syria
A child dying of AIDS
Fighting ‘round the world
A daddy lost his girl
Still, we kneeled and prayed
But Heaven can feel silent
And the floor beneath gets cold
When your soul refuses to let go

Im zweiten Vers beschreibt sie Gründe für ihre Fragen: Bomben in Syrien, Kinder, die an AIDS sterben, ein Vater, der seine Tochter verliebt trotz dem, dass sie Gott auf ihren Knien angefleht hatten.

What happens when the healing never comes?
Do we stand and curse the heavens
Or lift our hands and feel the sun
The mystery’s not clear
Just once, Your voice, I’d love to hear
What happens when the healing never comes?

Was, wenn es nicht besser wird? Tori präsentiert im Chorus zwei Alternativen: Hinstehen und den Himmel verfluchen oder die Hände heben und die Sonne fühlen. Aber in jedem Fall bleibt da der Zweifel und das Ringen: Nur einmal die Stimme von Gott zu hören, das wünscht sie sich. Und wiederholt die Frage: Was, wenn die Heilung nie kommt?

I know we love the seasons
Like summer and the spring
But I’ve been stuck in winter
Since the fall of misery
One day, I’m full of anger
And the next, I’m full of fear
Every year is a new supply of tears

Im dritten Vers geht Tori auf den Grund ein für diese Blogpost-Serie: Wir lieben und fokussieren uns auf die schönen Seiten und Zeiten des Lebens. Aber manchmal fühlen wir uns festgefahren im Lebens-Winter: Ein Tag voller Wut, am nächsten erfüllt von Angst. Und da drückt auch ein Zynismus durch: «Jedes Jahr bringt eine neue Lieferung Tränen».

Is there a chance for me to believe
We will dance together soon
If there’s a billion galaxies
I’ll count each one ‘til I’m with You
They say where You are is better
But I want You here with me
Oh, this is for a purpose
But hurt won’t let me see

Und dann kommt plötzlich und völlig unerwartet diese Bridge, begleitet von einem Tonart- und Instrumentierungs-Wechsel hin zu fröhlicheren und helleren Klängen. Vielleicht gibt es ja doch Hoffnung, dass wir uns einst wieder sehen. Und doch drückt irgendwann die Trauer wieder durch: «Sie sagen, dort wo du bist sei es besser – aber ich möchte dich hier bei mir haben». Es wird ja alles einen Grund haben, «aber der Schmerz lässt ihn mich nicht sehen».

So now, I must be silent
Your voice is in the wind
The hands that made the heavens
Will heal the storm within
I have so many questions
I don’t know where to begin
Since You were there at the beginning
You already know the end

Diese letzte Strophe ist vielleicht ein einstweiliges Fazit: Ein Festhalten daran, dass der, der den Himmel gemacht hat, einst auch den Sturm in uns drin beruhigen wird. Die vielen Fragen bleiben und Tori weiss nicht einmal, wo sie anfangen könnte. Aber sie wiederholt: Der, der am Anfang da war, kennt auch den Schluss schon.